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Steuer bei Online-Slots: 5,3 % auf jeden Einsatz – und Ihre Gewinne?
Kurz: Seit Juli 2021 zahlt jeder Anbieter virtueller Automatenspiele
in Deutschland die Virtuelle Automatensteuer: 5,3 % auf den Einsatz
(abzüglich der Steuer selbst), also rund 5 Cent je gesetztem Euro.
Sie zahlen diese Steuer nicht direkt — aber sie drückt die Auszahlungsquote.
Ihre Gewinne aus Slots sind für Freizeitspielende in der Regel
steuerfrei.
Diese Seite erklärt, wie die Steuer berechnet wird, warum sie die Auszahlungsquote
senkt, was der Bundesfinanzhof 2025 dazu entschieden hat und wann Gewinne doch
steuerpflichtig werden können.
Geregelt ist sie ab § 36 des Rennwett- und Lotteriegesetzes
(RennwLottG), in Kraft seit dem 1. Juli 2021 — zeitgleich mit dem neuen
Glücksspielstaatsvertrag. Für Online-Poker gibt es eine eigene Steuer mit demselben
Satz.
Die Steuer in vier Punkten
Wer zahlt
„Steuerschuldner ist der Veranstalter des virtuellen Automatenspiels.“ (§ 39)
Worauf
„nach dem geleisteten Spieleinsatz abzüglich der Virtuellen Automatensteuer“ (§ 37)
Wie viel
„5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage“ (§ 38)
Wann
wenn der Anbieter in Deutschland sitzt oder der Spieler das Spiel in Deutschland abschließt (§ 36)
Weil die Steuer von ihrer eigenen Bemessungsgrundlage abgezogen wird, liegt die
tatsächliche Belastung etwas unter 5,3 %: 5,3 / 105,3 ergibt rund
5,03 % des Einsatzes.
Was die 5,3 % in Euro bedeuten
Steuer auf gesetzte Beträge (gerundet)
Eingesetzt
Davon Steuer
1 Spin à 1 €
5 Cent
100 € Einsatz insgesamt
5,03 €
1.000 € Einsatz insgesamt
50,33 €
Wichtig: Besteuert wird der Einsatz, nicht die Einzahlung. Wer 50 €
einzahlt und Gewinne immer wieder setzt, kommt schnell auf mehrere Hundert Euro
Einsatz — und auf jeden davon fällt die Steuer an.
Warum die Steuer die Auszahlungsquote senkt
Eine einfache Rechnung zeigt das Problem. Bei einer Auszahlungsquote von 96 % behält
der Anbieter im Schnitt 4 Cent je gesetztem Euro. Die Steuer kostet ihn rund 5 Cent.
Mit einer solchen Quote würde er also bei jedem Euro Einsatz Geld verlieren.
Je 1 € Einsatz, im Durchschnitt
Auszahlungsquote
Bleibt beim Anbieter
Steuer
Ergebnis
96 %
4,0 Cent
5,0 Cent
−1,0 Cent
94 %
6,0 Cent
5,0 Cent
+1,0 Cent
91 %
9,0 Cent
5,0 Cent
+4,0 Cent
Das war so gewollt. Der Bundesfinanzhof hält fest, dass der Gesetzgeber von einer
Abwälzung auf die Spielenden ausging — über einen Aufschlag oder über niedrigere
Gewinnquoten. Ein Gutachter schätzte 2021 im Gesetzgebungsverfahren, dass die Quoten
von rund 96 % auf rund 91 % sinken würden. Das ist eine Prognose, keine Messung bei
einem bestimmten Anbieter.
Die tatsächliche Quote eines Spiels müssen Anbieter nach § 22a Abs. 3 GlüStV dort
anzeigen, wo Sie den Einsatz wählen. Wo Sie sie bei SlotMagie finden:
Spiele.
BFH 2025: Steuer ist rechtmäßig
Anbieter hatten gegen die Steuer geklagt. Der Bundesfinanzhof hat am 4. November 2025
in zwei Parallelverfahren (IX R 27/24 und IX R 28/24) entschieden: Die Regeln zur
Virtuellen Automatensteuer „verstoßen weder gegen Verfassungsrecht noch gegen
Unionsrecht“. Vorinstanz war unter anderem das Hessische Finanzgericht
(5 K 1126/23).
Einsatz als Grundlage: objektiv und leicht überprüfbar. Eine Steuer auf den Bruttospielertrag würde Anbieter mit hohen Auszahlungsquoten begünstigen — und genau das soll die Steuer nicht.
Anders als in der Spielhalle: Die Unterschiede zwischen Online- und terrestrischem Spiel rechtfertigen eine andere Besteuerung.
Nicht erdrosselnd: Dass die Steuer die Gewinne der Anbieter nahezu aufzehrt, war nicht festgestellt.
Für Spielende heißt das: Die niedrigeren Auszahlungsquoten in Deutschland bleiben
auf absehbare Zeit.
Müssen Sie Gewinne aus Online-Slots versteuern?
In aller Regel nein. Glücksspielgewinne lassen sich keiner der sieben
Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes zuordnen. Der Bundesfinanzhof sieht
Glücksspiel als etwas, das „dem Zeitvertreib, der Zerstreuung und dem
Nervenkitzel“ dient (VIII R 63/96).
Wann Steuern auf Gewinne anfallen können
Fall
Steuerpflichtig?
Gewinn aus Slots, gelegentlich und zum Spaß
nein
Poker als Beruf, planmäßig und nachhaltig
ja, als gewerbliche Einkünfte (BFH X R 43/12 vom 16.09.2015; X R 8/21 vom 22.02.2023 für Online-Poker)
Zinsen oder Erträge aus einem angelegten Gewinn
ja, ganz normal als Kapitalerträge
Die Poker-Urteile stützen sich darauf, dass Poker auch Geschick verlangt. Bei Slots,
deren Ergebnis allein vom Zufall abhängt, fehlt dieses Element.
Praktischer Tipp: Bewahren Sie bei größeren Gewinnen die Auszahlungsbestätigung des
Anbieters und den Kontoauszug auf. Fragt die Bank nach der Herkunft des Geldes, haben
Sie den Beleg sofort zur Hand.
Das ist keine Steuerberatung. Im Einzelfall hilft eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater.
Höhere Quoten ohne deutsche Steuer?
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zahlen keine Virtuelle Automatensteuer und werben
deshalb mit höheren Auszahlungsquoten. Der Preis dafür: kein Einzahlungslimit, keine
Sperrdatei, keine Aufsicht — und die Teilnahme ist nach § 285 StGB strafbar. Wie
Sie erkennen, ob ein Anbieter erlaubt ist:
GGL-Whitelist prüfen.
Eine höhere Auszahlungsquote ändert nichts daran, dass Slots auf Dauer mehr nehmen,
als sie geben. Kostenlose, anonyme Beratung unter
0800 1 37 27 00,
Mo–Do 10–22 Uhr, Fr–So 10–18 Uhr.
Häufige Fragen zur Steuer bei Online-Slots
Wie hoch ist die Steuer bei Online-Slots?
Die Virtuelle Automatensteuer beträgt 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer selbst. Effektiv sind das rund 5,03 % jedes gesetzten Euros, also etwa 5 Cent pro 1-€-Spin.
Wer zahlt die Virtuelle Automatensteuer?
Steuerschuldner ist nach § 39 RennwLottG der Veranstalter, nicht der Spieler. Der Gesetzgeber ging aber davon aus, dass die Steuer über niedrigere Gewinnquoten an die Spielenden weitergegeben wird.
Muss ich Gewinne aus Online-Slots versteuern?
In der Regel nicht. Glücksspielgewinne von Freizeitspielenden fallen unter keine Einkunftsart des Einkommensteuergesetzes. Steuerpflichtig sind aber Zinsen und andere Erträge, wenn Sie den Gewinn anlegen.
Warum ist die Auszahlungsquote in Deutschland niedriger?
Weil die Steuer auf den Einsatz erhoben wird. Bei 96 % Auszahlungsquote blieben dem Anbieter im Schnitt 4 Cent je Euro – weniger als die rund 5 Cent Steuer. Deshalb senken Anbieter die Quoten.
Ist die Virtuelle Automatensteuer rechtmäßig?
Ja. Der Bundesfinanzhof hat am 4. November 2025 entschieden (IX R 27/24 und IX R 28/24), dass sie weder gegen Verfassungsrecht noch gegen Unionsrecht verstößt.
Sind Pokergewinne steuerpflichtig?
Für Hobbyspieler nicht. Wer Poker planmäßig und nachhaltig wie ein Berufsspieler betreibt, erzielt nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs gewerbliche Einkünfte – auch online.
Quellen und Methodik
Grundlage sind §§ 36 bis 39 und §§ 46 bis 48 RennwLottG, die Urteile des
Bundesfinanzhofs vom 04.11.2025 (IX R 27/24 und IX R 28/24) sowie zur Besteuerung
von Pokergewinnen (X R 43/12, X R 8/21). Zur Steuerfreiheit von Glücksspielgewinnen:
Stiftung Warentest (test.de) mit Verweis auf BFH VIII R 63/96. Die Prognose zur
Auszahlungsquote stammt aus einem Gutachten von Justus Haucap im
Gesetzgebungsverfahren 2021. Zitate sind wörtlich übernommen.
Die Beispielrechnungen sind Durchschnittswerte über sehr viele Spins. Einzelne
Sitzungen können stark davon abweichen.
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